Der 1. April 2024 hat die Regeln für Cannabis in Deutschland neu geschrieben. Ob als Medizin oder zum Genuss: Es gibt jetzt mehrere legale Wege, an die Pflanze zu kommen. Dieser Guide zeigt, wie es geht – und was die jeweiligen Haken und Ösen sind.
1. Medizinisches Cannabis auf Rezept
Wie funktioniert es?
Der Weg zum medizinischen Cannabis führt klassisch über den Arzt. Seit dem neuen Medizinalcannabisgesetz (MedCanG) von 2024 reicht dafür ein normales Rezept, ein Betäubungsmittelrezept (BtM) ist nicht mehr nötig. Dieses Rezept können Sie in jeder Apotheke einlösen – vor Ort oder bei einer Versandapotheke.
Voraussetzungen
- Es muss eine ärztliche Diagnose für eine Erkrankung vorliegen, bei der eine Cannabistherapie eine anerkannte Behandlungsoption darstellt.
- Ein ärztliches Rezept ist zwingend, das seit der Gesetzesänderung aber kein spezielles BtM-Rezept mehr sein muss.
- Typische Indikationen sind chronische Schmerzen, ADHS, Schlafstörungen, Spastiken bei MS oder Übelkeit während einer Chemotherapie.
Kosten
Als Selbstzahler auf Privatrezept muss man mit Kosten zwischen 5 und 15 Euro pro Gramm rechnen, abhängig von Sorte und Apotheke. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist zwar möglich, doch der Antragsprozess gilt als mühsam. Nur rund 60 Prozent der Anträge werden genehmigt. Eine Übersicht der Anbieter finden Sie in unserem Apotheken-Vergleich.
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Jetzt Patient werden →2. Telemedizin-Plattformen
Ein Rezept für Medizinalcannabis, ohne das Haus zu verlassen – das ermöglichen Telemedizin-Plattformen. Nach einer Videosprechstunde wird das Rezept direkt an eine Versandapotheke übermittelt, die die Medikamente per Post liefert.
Was dafür spricht
- Die Behandlung lässt sich vollständig von zu Hause aus durchführen.
- Termine bei den spezialisierten Ärzten sind oft innerhalb weniger Tage verfügbar.
- Die beratenden Ärzte haben in der Regel umfassende Erfahrung mit der Cannabis-Therapie.
- Die Lieferung der Medikamente erfolgt diskret per Post.
Welche Plattformen es gibt und wie sie sich unterscheiden, zeigen wir auf unserer Übersichtsseite Patient werden. Politisch scheint der Weg ebenfalls gesichert: Trotz interner Debatten hat sich die SPD gegen ein Telemedizin-Verbot für Cannabis ausgesprochen.
3. Cannabis Social Clubs
Für den legalen Genusskonsum gibt es neben dem Eigenanbau eine zweite Option: die Mitgliedschaft in einem Cannabis Social Club. Seit dem 1. Juli 2024 dürfen diese sogenannten Anbauvereinigungen offiziell starten, um ihre Mitglieder zu versorgen.
So funktioniert die Mitgliedschaft
- Voraussetzung ist die Volljährigkeit und ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland.
- Du trittst einem behördlich genehmigten Club bei, der auf maximal 500 Mitglieder beschränkt ist.
- Die Abgabe ist limitiert: höchstens 25 Gramm pro Tag und 50 Gramm pro Monat.
- Der Club erhebt einen monatlichen Mitgliedsbeitrag plus einen Abgabepreis pro Gramm.
- Eine Mitgliedschaft in mehreren Clubs gleichzeitig ist gesetzlich ausgeschlossen.
Wie der Start in der Praxis aussieht, beleuchten wir in unserem Bericht über die ersten genehmigten Social Clubs.
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Jetzt Patient werden →4. Eigenanbau
Die wohl direkteste Form des legalen Zugangs: Jeder Erwachsene darf in Deutschland bis zu drei Cannabispflanzen für den Eigenbedarf zu Hause anbauen.
Regeln beim Eigenanbau
- Maximal drei weibliche, blühende Pflanzen sind pro volljähriger Person im Haushalt erlaubt.
- Der Anbau ist ausschließlich am eigenen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort gestattet.
- Pflanzen und Ernte müssen sicher vor dem Zugriff durch Minderjährige und Dritte geschützt werden.
- Saatgut darf aus EU-Ländern importiert oder über Social Clubs bezogen werden.
- Achtung: Die zu Hause gelagerte Ernte darf die erlaubte Besitzmenge von 50 Gramm nicht überschreiten.
Vergleichstabelle: Alle Bezugswege
| Bezugsweg | Für wen | Kosten/g | Verfügbar seit |
|---|---|---|---|
| Apotheke | Patienten (Rezept) | 5–15 € | 2017 |
| Telemedizin | Patienten (Rezept) | 5–15 € | 2020 |
| Social Club | Alle ab 18 | 3–8 € + Beitrag | Juli 2024 |
| Eigenanbau | Alle ab 18 | ~1–3 € (Strom/Samen) | April 2024 |
Blick nach vorn: Kommen die Fachgeschäfte?
Das aktuelle Gesetz ist nur der erste Schritt. Als „Säule 2“ plant die Bundesregierung Modellprojekte mit kommerziellen Lieferketten und lizenzierten Fachgeschäften. Der Zeitplan dafür ist jedoch völlig offen und hängt von der Abstimmung mit der EU ab. Die europaweite Cannabis-Debatte und Projekte wie in der Schweiz, wo bereits der Verkauf in Apotheken getestet wird, könnten den Prozess beeinflussen.
Welcher Weg ist der richtige?
Die Teillegalisierung hat die Möglichkeiten für Patienten und Konsumenten grundlegend erweitert. Während Social Clubs und Eigenanbau den Genusskonsum abdecken, bleibt der Weg über ein ärztliches Rezept oft die pragmatischste Lösung für einen qualitativ gesicherten Zugang. Insbesondere der Weg über Telemedizin ist schnell und unkompliziert. Mit unserem Produkt-Finder finden Sie die passende Sorte, und über die Regeln des KCanG sollten alle Bescheid wissen.


