Cannabutter, also mit Cannabis versetzte Butter, ist der Schlüssel zur Welt der Edibles. Von Brownies über Cookies bis hin zu herzhaften Pasta-Saucen: Wer diese Basiszutat zubereiten kann, dem steht die gesamte Cannabis-Küche offen. Wir führen dich Schritt für Schritt durch ein erprobtes Grundrezept.
Warum Cannabutter?
Die Chemie ist einfach: Cannabinoide wie THC sind fettlöslich. Der Körper kann sie nur aufnehmen, wenn sie an ein Fett gebunden sind. Butter mit ihrem hohen Fettanteil von rund 80 Prozent ist dafür der ideale und vielseitigste Träger. Eine gute Alternative, besonders für die mediterrane Küche, ist infundiertes Olivenöl.
Schritt 1: Decarboxylierung
Rohe Cannabisblüten wirken nicht psychoaktiv. Sie enthalten vor allem THCA, eine säurehaltige Vorstufe von THC. Erst kontrolliertes Erhitzen, die sogenannte Decarboxylierung, wandelt das inaktive THCA in das wirksame THC um. Diesen Schritt darfst du niemals überspringen.
So geht's
- Heize den Ofen auf 110 °C vor (Umluft: 100 °C).
- Zerkleinere das Cannabis grob – es sollte nicht zu Pulver zermahlen werden – und verteile es auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech.
- Backe es für 40 bis 45 Minuten. Nach etwa der Hälfte der Zeit solltest du das Pflanzenmaterial einmal wenden.
- Die Blüten sind fertig, wenn sie eine goldbraune Farbe angenommen haben und sich trocken anfühlen. Sie dürfen keinesfalls verbrennen.
Cannabis auf Rezept?
Vergleiche Telemedizin-Anbieter und starte noch heute mit deiner Cannabis-Therapie — einfach, legal und von zu Hause.
Jetzt Patient werden →Schritt 2: Infusion
Nach der Aktivierung im Ofen lösen wir nun die Cannabinoide im Fett. Für diese Infusion stellen wir zwei gängige Methoden vor:
Methode A: Kochtopf
- Schmilz 250 g Butter zusammen mit 250 ml Wasser in einem Topf bei geringer Hitze.
- Gib das decarboxylierte Cannabis hinzu.
- Lass die Mischung bei einer konstanten Temperatur zwischen 70 und 85 °C für zwei bis drei Stunden ziehen. Sie darf auf keinen Fall kochen.
- Rühre die Mischung alle 30 Minuten um, um ein Anbrennen zu verhindern.
Methode B: Slow Cooker
- Gib alle Zutaten direkt in den Slow Cooker.
- Lass das Gerät auf der niedrigsten Stufe für vier bis sechs Stunden arbeiten.
- Vorteil dieser Methode: Die Temperatur bleibt sehr konstant, der Aufwand ist minimal.
Schritt 3: Filtern & Abkühlen
- Gieße die noch flüssige Mischung durch ein feines Küchensieb oder ein Käsetuch in ein hitzebeständiges Gefäß.
- Presse das restliche Fett vorsichtig aus dem Pflanzenmaterial. Zu viel Druck kann Bitterstoffe freisetzen und den Geschmack verderben.
- Stelle das Gefäß in den Kühlschrank. Beim Abkühlen trennt sich die Cannabutter vom Wasser und wird zu einer festen oberen Schicht.
- Sobald die Butter fest ist, kannst du das darunterliegende Restwasser einfach abgießen.
Dosierung berechnen
Die Potenz deiner Cannabutter hängt direkt vom THC-Gehalt des Ausgangsmaterials ab. Die Berechnung ist eine Annäherung, aber diese Faustformel hilft bei der Orientierung:
- 1 Gramm Cannabis mit 20 % THC enthält theoretisch 200 mg THC (abzüglich Extraktionsverluste).
- Bei 7 Gramm auf 250 g Butter ergibt das eine Gesamtmenge von rund 1.400 mg THC in der Butter.
- Ein Esslöffel Butter (ca. 14 g) enthält demnach etwa 80 mg THC.
- Für Einsteiger raten wir dringend, mit einer Dosis von 5 bis 10 mg THC zu beginnen und die Wirkung abzuwarten.
Mehr über den verzögerten Wirkungseintritt und die Besonderheiten von Edibles erfährst du in unserem Guide zu Cannabis-Dosierungsformen.
Lagerung
- Im Kühlschrank hält sich die Cannabutter in einem luftdichten Behälter bis zu vier Wochen.
- Im Gefrierfach ist sie, ebenfalls gut verpackt, bis zu sechs Monate haltbar.
- Lagere sie stets lichtgeschützt, um den Abbau der Cannabinoide zu verlangsamen.
Häufige Fehler
- Decarboxylierung vergessen: Ohne die Aktivierung durch Hitze bleibt deine Butter wirkungslos.
- Zu hohe Temperatur: Ab Temperaturen über 100 °C beginnen wertvolle Cannabinoide und Terpene zu verdampfen.
- Zu fein gemahlenes Material: Pulverisiertes Cannabis gelangt durch das Sieb, was die Butter grün färbt und bitter schmecken lässt.
- Ohne Wasser gekocht: Das Wasser fungiert als Puffer und schützt die Butter vor dem Anbrennen bei zu hoher Hitze.
Was du mit Cannabutter machen kannst
Deiner kulinarischen Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Cannabutter ist die Basis für Klassiker wie Space Brownies und Cannabis Cookies, verfeinert aber auch eine herzhafte Pasta-Sauce, Popcorn, Pralinen oder wird einfach in einen Smoothie gemischt. Denk immer an zwei goldene Regeln: Dosiere vorsichtig und plane eine lange Wartezeit für den Wirkungseintritt von 60 bis 120 Minuten ein.
Du möchtest Cannabis als Medizin nutzen? Alle Informationen zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen und dem Weg zum Rezept findest du auf unserer Seite Patient werden.
Edibles-Dosierungsrechner
Schätze die THC-Menge pro Portion bei selbstgemachten Edibles.


