Kurzanleitung: Cannabis auf Rezept verschreiben lassen – Schritt für Schritt
Von der dokumentierten Diagnose über Telemedizin oder Praxis bis zur Lieferung der Blüten aus der Apotheke.
Das brauchst du: Arztbriefe und Befundberichte, Medikationsplan der Vorbehandlungen, Personalausweis, Zahlungsmittel für Privatrezept und Apotheke
- 1Diagnose und Vorbehandlung dokumentieren: Arztbriefe, Befundberichte und Medikationspläne sammeln. Je nachvollziehbarer Diagnose und bisherige Therapie belegt sind, desto reibungsloser läuft die Verschreibung.
- 2Anbieter wählen: Entweder die eigene Hausarztpraxis ansprechen, eine spezialisierte Cannabis-Praxis vor Ort aufsuchen oder einen telemedizinischen Anbieter nutzen – Letzterer ist der schnellste und ortsunabhängige Weg.
- 3Fragebogen ausfüllen oder Videosprechstunde führen: Medizinischen Fragebogen zu Diagnose, Symptomen, Vorbehandlungen und Vorerkrankungen ausfüllen. Eine approbierte Ärztin oder ein Arzt prüft die Angaben und stellt bei Indikation ein Privatrezept aus; manche Anbieter setzen zusätzlich eine Videosprechstunde an.
- 4Sorte auswählen: Nach Rezeptfreigabe im Patientenportal die Sorte nach Indikation, Tageszeit, THC/CBD-Verhältnis und Verfügbarkeit wählen. Der Produkt-Finder filtert rund 300 Sorten nach Genetik, Cannabinoiden und Terpenen.
- 5Apotheke beliefern lassen: Das Rezept geht elektronisch oder per Post an eine kooperierende Apotheke. Der Versand erfolgt diskret innerhalb von 24 bis 48 Stunden, in einigen Großstädten auch am selben Tag per Kurier.
Wer in Deutschland medizinisches Cannabis nutzen will, braucht ein Rezept. Seit der Reform des Medizinal-Cannabis-Gesetzes (MedCanG) im April 2024 ist der Weg dorthin deutlich einfacher geworden: Cannabisblüten und -extrakte sind von der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) entkoppelt, Telemedizin ist ausdrücklich zugelassen, und die Bürokratie ist auf ein praktikables Maß zurückgeschnitten. Trotzdem kursieren viele Halbwahrheiten — von „dafür braucht man Krebs" bis „das geht nur über die Krankenkasse". Dieser Leitfaden räumt damit auf und zeigt, wie du Cannabis legal verschreiben lassen kannst: Schritt für Schritt, mit realistischen Kosten, Indikationen und dem schnellsten Weg vom Klick zum gelieferten Produkt.
Auf einen Blick
- Rechtsgrundlage: MedCanG seit April 2024 — Cannabis ist verschreibungsfähig, aber kein BtM im klassischen Sinn mehr.
- Voraussetzung: gesicherte Diagnose, ärztliche Indikation, keine Altersbegrenzung nach oben.
- Schnellster Weg: Telemedizin per Fragebogen — Rezept in wenigen Stunden, Lieferung ab 30 Minuten (GetKong Berlin).
- Kosten: 5–15 €/g Blüten (Privatrezept), 9,90–80 € Konsultation, GKV-Übernahme bei rund 60 % der Anträge.
- Therapiehoheit: Hausärztin/Hausarzt darf verschreiben, kein Facharzt-Zwang.
Wer darf Cannabis verschreiben?
Jede:r approbierte Ärzt:in in Deutschland — mit Ausnahme von Zahn- und Tierärzt:innen — darf Cannabis verschreiben. Das gilt für Hausärzt:innen, Fachärzt:innen jeder Disziplin und ausdrücklich auch für Telemediziner:innen. Eine spezielle Zusatzbezeichnung ist nicht erforderlich. In der Praxis verschreiben aber viele Hausärzt:innen zurückhaltend, weil ihnen die Erfahrung mit Sortenwahl, Dosierung und Folgekontrolle fehlt. Deshalb spielen spezialisierte Cannabis-Praxen und Telemedizin-Anbieter eine zentrale Rolle.
Welche Indikationen sind zulässig?
Seit der Reform 2024 gilt der Grundsatz der ärztlichen Therapiefreiheit: Eine starre Liste „erlaubter" Indikationen gibt es nicht. Voraussetzung ist eine medizinisch begründbare Diagnose. Folgende Indikationen sind in der Praxis am häufigsten und wissenschaftlich am besten dokumentiert:
- Chronische Schmerzen — Rücken, Migräne, Fibromyalgie, Nervenschmerz, Phantomschmerz
- Spastik bei Multipler Sklerose oder nach Schlaganfall
- Chemotherapie-bedingte Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Schlafstörungen (Insomnie, REM-Schlafverhaltensstörung, PTBS-Albträume) — siehe Cannabis & Schlaf
- ADHS bei Erwachsenen nach Stimulanzien-Versagen — siehe Cannabis bei ADHS
- Angststörungen und Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- Endometriose und chronische Unterleibsschmerzen
- Reizdarmsyndrom (RDS) und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
- Tourette-Syndrom
- Cluster-Kopfschmerzen und schwere Migräneverläufe
Wichtig: Die Indikation entscheidet zusammen mit der dokumentierten Vorbehandlung über die Erfolgsaussicht eines GKV-Antrags. Privatrezepte sind unabhängig davon möglich, solange die Ärzt:in die Indikation medizinisch begründen kann.
Cannabis verschreiben lassen — Schritt für Schritt
Schritt 1: Diagnose und Vorbehandlung dokumentieren
Sammle bestehende Arztbriefe, Befundberichte, Medikationspläne und gegebenenfalls Reha-Berichte. Je klarer die Diagnose dokumentiert ist und je nachvollziehbarer die bisherige Therapie, desto reibungsloser läuft die Verschreibung — egal ob in der Praxis oder per Telemedizin. Wer noch keine Diagnose hat, klärt diese zuerst beim Hausarzt oder Facharzt ab.
Schritt 2: Anbieter wählen
Drei Wege führen zum Rezept:
- Hausärztin / Hausarzt: direkt nachfragen. Funktioniert immer dann gut, wenn die Praxis Cannabis bereits verschreibt oder offen dafür ist.
- Spezialisierte Cannabis-Praxis vor Ort: z. B. Algea Care-Standorte, Bloomwell-Praxen, einzelne Schmerz- und Neurologie-Praxen. Sinnvoll, wenn ein GKV-Antrag geplant ist.
- Telemedizin: der schnellste und ortsunabhängige Weg. Über unseren Telemedizin-Vergleich findest du den passenden Anbieter.
Schritt 3: Fragebogen oder Videosprechstunde
Bei fragebogen-basierten Anbietern (GetKong, Bloomwell, soos, Green Medical, Nordleaf) füllst du nach Konto-Erstellung einen medizinischen Fragebogen aus: Diagnose, Symptome, Vorbehandlungen, Vorerkrankungen, Medikamente, Cannabis-Vorerfahrung. Anschließend prüft ein:e approbierte:r Ärzt:in den Fragebogen — meist innerhalb weniger Stunden — und stellt bei medizinischer Indikation ein Privatrezept aus. Bei Videosprechstunden-Anbietern (z. B. Algea Care, Enmedify) folgt zusätzlich ein Termin mit dem Arzt oder der Ärztin.
Schritt 4: Sortenwahl
Nach Rezeptfreigabe wählst du im Patientenportal die Sorte aus. Wichtig sind Indikation, gewünschte Tageszeit der Anwendung (Sativa eher tagsüber, Indica abends), THC/CBD-Verhältnis und Verfügbarkeit. Im HighSpace Produkt-Finder lassen sich rund 300 Sorten nach Genetik, Cannabinoid-Profil und Terpenen filtern. Wer unsicher ist, lässt sich vom Telemedizin-Service oder einer spezialisierten Apotheke beraten.
Schritt 5: Apotheke und Lieferung
Das Rezept wird elektronisch oder per Post an eine kooperierende Apotheke übermittelt. Versand erfolgt diskret per DHL oder Kurier — typischerweise innerhalb von 24–48 Stunden. In Großstädten wie Berlin, Hamburg, München, Köln oder Frankfurt bieten einzelne Anbieter Same-Day-Delivery per Bike-Kurier. Den derzeit schnellsten Weg bietet GetKong (siehe nächster Abschnitt).
GetKong: 30-Minuten-Express in Berlin
GetKong ist aktuell der schnellste Telemedizin-Anbieter im deutschen Cannabis-Markt. Drei Eigenschaften heben den Service hervor:
- Fragebogen statt Videosprechstunde — Rezeptfreigabe oft innerhalb von 1–3 Stunden nach Absenden.
- Eigener Webshop und eigene Logistik — kein Wechsel zwischen Praxis, Apotheke und Versandhändler.
- Express-Lieferung in Berlin ab 30 Minuten per Bike-Kurier nach Rezeptfreigabe; außerhalb Berlins Versand 24–48 h.
Die Gebührenstruktur ist transparent: 14,90 € Erst-Rezept, 9,90 € Folgerezept — keine versteckten Kosten, keine Mitgliedschaft. Bewertet mit 4,6 auf Trustpilot, betreut von approbierten deutschen Ärzt:innen. Für Patient:innen mit etablierter Diagnose, die regelmäßig versorgt werden müssen, ist GetKong derzeit die schnellste und planbarste Option am Markt.
Mehr Details und Direktstart über Jetzt Patient werden oder im Telemedizin-Vergleich.
Kosten realistisch einschätzen
| Kostenpunkt | Spanne |
|---|---|
| Erstkonsultation Telemedizin (Fragebogen) | 9,90 – 29 € |
| Erstkonsultation Telemedizin (Video) | 49 – 99 € |
| Folgerezept (Telemedizin) | 9,90 – 29 € |
| Praxisbesuch (Privat / IGeL) | 80 – 180 € |
| Cannabisblüten (Privatrezept) | 5 – 15 €/g |
| Cannabisextrakt / Öl | 80 – 200 € / 10 ml |
| Versand (Standard) | 0 – 9,90 € |
Typische Monatskosten für eine Patient:in mit moderatem Verbrauch (10 g/Monat) liegen zwischen 70 und 180 Euro — vergleichbar mit einem schmerztherapeutischen Mehrfach-Wirkstoff-Regime im Privatbereich.
Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) muss seit dem Cannabis-Gesetz von 2017 Cannabisblüten und -extrakte unter folgenden Bedingungen übernehmen:
- Schwerwiegende Erkrankung mit erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität.
- Andere Therapien ausgeschöpft, nicht verfügbar oder unverträglich.
- Nicht ganz fernliegende Aussicht auf spürbare Verbesserung.
Der Antrag wird vom behandelnden Arzt gestellt, die Kasse hat drei Wochen Zeit für die Entscheidung (bzw. fünf Wochen bei Begutachtung durch den MDK). Wird nicht fristgerecht entschieden, gilt die Genehmigung als erteilt. Bewilligungsquote nach GKV-Spitzenverband (Stand 2024): rund 60 % der Anträge — höher bei Schmerz, MS, Tumorpatient:innen, niedriger bei ADHS, Schlafstörungen und Angststörungen. Private Krankenkassen entscheiden vertragsabhängig, oft kulanter.
Folgerezepte und Versorgungskontinuität
Cannabis-Rezepte sind in der Regel kurz gültig: BtM-Rezepte 6 Tage, reguläre Privatrezepte 7 Tage. Wer kontinuierlich versorgt werden möchte, plant Folgerezepte rechtzeitig — die meisten Telemedizin-Anbieter erlauben Folgerezepte per Klick oder mit einem kurzen Folgefragebogen. GetKong und soos verschicken Erinnerungen, sodass keine Versorgungslücke entsteht. Bei langfristiger Therapie lohnt sich ein Sorten-Vorrat: Eine Verschreibung kann mehrere Sorten und Mengen für bis zu 30 Tage Verbrauch umfassen.
Häufige Hürden — und wie du sie umgehst
- Hausarzt verschreibt nicht: völlig legitim, aber kein Hindernis. Telemedizin-Anbieter mit eigenen Ärzt:innen sind die einfachste Lösung.
- Apotheke hat Sorte nicht vorrätig: elektronisches Rezept ist apothekenneutral, wechseln ist erlaubt. Telemedizin-Anbieter mit eigener Logistik (GetKong, soos, Nordleaf) lösen das automatisch.
- Krankenkasse lehnt ab: Widerspruch innerhalb eines Monats möglich. Detaillierte Begründung der bisherigen Therapieversuche erhöht Bewilligungsquote.
- Führerschein-Sorge: Mit gültigem Rezept und ärztlich begleiteter Einstellung ist Autofahren grundsätzlich erlaubt — Voraussetzung ist Fahrtüchtigkeit. Während der Einstellphase und akut nach Einnahme nicht ans Steuer.
- Arbeitgeber: Im Regelfall keine Mitteilungspflicht. Bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten (Maschinenbedienung, Berufskraftfahrer:innen) Rücksprache mit Betriebsärzt:in.
Fazit
Ein Cannabis-Rezept zu bekommen ist 2026 keine Hürde mehr, sondern eine Frage der Wahl des richtigen Wegs. Wer eine etablierte Diagnose und dokumentierte Vorbehandlungen mitbringt, kommt über Telemedizin in unter 24 Stunden zur Erstverschreibung — über GetKong in Berlin sogar innerhalb einer Stunde zur Lieferung. Für GKV-Übernahmen lohnt sich oft der Umweg über eine spezialisierte Praxis vor Ort, weil die Kasse persönlich erstellte Befundberichte häufig stärker gewichtet. Wer privat zahlt, fährt mit transparenten Fragebogen-Anbietern wie GetKong, soos oder Bloomwell am günstigsten und schnellsten. Die wichtigste Voraussetzung bleibt eine medizinische Indikation — Cannabis ist und bleibt ein Arzneimittel, kein Lifestyle-Produkt.
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Jetzt Patient werden →Häufige Fragen
Wie bekomme ich legal ein Cannabis-Rezept in Deutschland?+
Seit der MedCanG-Reform im April 2024 reicht eine gesicherte Diagnose (z. B. chronische Schmerzen, Schlafstörungen, ADHS, Migräne, Endometriose) und ein:e verschreibungsberechtigte:r Ärzt:in. Der schnellste Weg führt über Telemedizinanbieter wie GetKong, Algea Care, Bloomwell oder Enmedify: digitaler Fragebogen oder Videosprechstunde, ärztliche Prüfung, Privat- oder BtM-Rezept innerhalb von 24 Stunden. GetKong liefert in Berlin per Express ab 30 Minuten nach Rezeptfreigabe.
Welche Krankheiten sind eine Indikation für Cannabis auf Rezept?+
Häufige Indikationen sind chronische Schmerzen (Rücken, Migräne, Nervenschmerz), Spastik bei Multipler Sklerose, Übelkeit unter Chemotherapie, Appetitlosigkeit bei HIV/AIDS oder Krebs, Schlafstörungen, ADHS, Angststörungen, Endometriose, Reizdarmsyndrom (RDS), Tourette-Syndrom und Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Voraussetzung ist meist eine dokumentierte erfolglose oder unverträgliche Vorbehandlung mit Standardtherapien.
Was kostet Cannabis auf Rezept?+
Auf Privatrezept liegt der Apothekenpreis zwischen 5 und 15 Euro pro Gramm, abhängig von Sorte und Apotheke. Hinzu kommen Telemedizin-Gebühren von 9,90 bis 80 Euro pro Konsultation. Bei der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ist eine Kostenübernahme antragspflichtig; rund 60 % der Anträge werden bewilligt — am häufigsten bei chronischen Schmerzen, Spastik und Tumorpatient:innen. Private Krankenkassen sind oft kulanter.
Wie lange dauert es, bis ich das Rezept bzw. die Lieferung habe?+
Bei Fragebogen-basierten Anbietern wie GetKong oder Bloomwell wird das Rezept oft innerhalb weniger Stunden ausgestellt. Die Lieferung dauert je nach Apotheke 24–48 Stunden per Versand. GetKong bietet in Berlin Express-Lieferung ab 30 Minuten nach Rezeptfreigabe direkt aus dem eigenen Webshop. Bei Videosprechstunden-Anbietern wie Algea Care kommt der Termin innerhalb von 1–3 Tagen.
Brauche ich ein neues Rezept für jede Lieferung?+
Ja. Cannabis ist verschreibungspflichtig — meist als BtM-Rezept (gelb), bei Cannabisextrakten teils als reguläres Privatrezept. Folgerezepte sind aber deutlich einfacher: Bei den meisten Telemedizin-Anbietern reicht ein kurzer Folgefragebogen oder ein Klick im Patientenportal. Die Folgerezept-Gebühr ist günstiger als die Erstkonsultation (typischerweise 9,90–29 Euro).
Was ist der Unterschied zwischen Telemedizin und Praxisbesuch?+
Telemedizin ist schneller, ortsunabhängig und meist günstiger — ideal für die Erst- und Folgeverschreibung bei gesicherter Diagnose. Eine Vor-Ort-Praxis ist sinnvoll, wenn die Diagnose noch unklar ist, ein körperlicher Untersuchungsbedarf besteht oder eine GKV-Kostenübernahme beantragt werden soll (die Krankenkasse verlangt häufig persönlich erstellte Befundberichte). Viele Patient:innen kombinieren beides: Diagnose und Antrag beim Facharzt vor Ort, Folgerezepte über Telemedizin.


