USA: Trump stuft Cannabis auf Schedule III um — historische Wende
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    USA: Trump stuft Cannabis auf Schedule III um — historische Wende

    Redaktion
    ·10. Januar 2026

    Ein Federstrich von historischer Tragweite: Per Executive Order hat US-Präsident Donald Trump am 18. Dezember 2025 die Reklassifizierung von Cannabis angeordnet. Die Droge wird von der restriktivsten Kategorie „Schedule I“ in „Schedule III“ verschoben. Es ist die tiefgreifendste Reform der amerikanischen Drogenpolitik seit einem halben Jahrhundert – ein Beben, dessen Wellen bis nach Europa schwappen.

    Was bedeutet die Umstufung?

    Das amerikanische Betäubungsmittelrecht sortiert Drogen in fünf Kategorien, sogenannte „Schedules“. Bisher rangierte Cannabis in Schedule I – neben Heroin und LSD. Die offizielle Begründung der Behörden: „Hohes Missbrauchspotenzial, kein anerkannter medizinischer Nutzen“. Künftig gehört es zu Schedule III, wo sich auch Substanzen wie Ketamin und anabole Steroide finden. Die neue Einstufung attestiert der Pflanze damit einen medizinischen Nutzen bei gleichzeitig moderatem Missbrauchsrisiko. Wie haltlos die alte Klassifizierung war, zeigt auch unser Mythen-Faktencheck.

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    Was ändert sich konkret?

    Steuerliche Entlastung (Section 280E)

    Für Amerikas legale Cannabis-Branche endet eine Ära der finanziellen Drangsalierung. Bislang verhinderte die berüchtigte „Section 280E“ des Steuerrechts, dass Unternehmen normale Betriebsausgaben von der Steuer absetzen konnten – ein Relikt aus dem „War on Drugs“. Mit der Neueinstufung in Schedule III fällt diese Regelung weg. Ein wirtschaftlicher Dammbruch, der Milliarden an Kapital freisetzen und die Bilanzen der Firmen sanieren dürfte.

    Forschung wird erleichtert

    Auch die Wissenschaft atmet auf. Die Hürden für die Erforschung von Schedule-III-Substanzen sind erheblich niedriger als bei Schedule I. Universitäten und Pharmafirmen können nun einfacher und mit weniger bürokratischem Aufwand klinische Studien zu Cannabis aufsetzen. Das wird die Entwicklung neuer Medikamente und Therapieansätze beschleunigen. Dass hier Potenzial liegt, deuten auch deutsche Forschungen an, wie etwa die Charité-Studie zu CBD.

    Banking-Zugang

    Das Ende der Bargeld-Ära für die Cannabis-Industrie? Bislang verweigerten die meisten Banken den legalen Unternehmen Konten und Kredite. Der Grund: Geschäfte mit Schedule-I-Substanzen sind auf Bundesebene illegal und ein Risiko für jedes Finanzinstitut. Die Reklassifizierung könnte nun die Tür zum regulären Finanzsystem aufstoßen.

    Medicare-Pilotprogramm für CBD

    Gleichzeitig startete die Trump-Administration ein überraschendes Pilotprojekt: CBD-Produkte sollen über Medicare erstattungsfähig werden. Sollte sich das Programm bewähren, könnten Cannabis-Therapien erstmals Teil der staatlichen Krankenversicherung für Senioren und Menschen mit Behinderung werden – ein Paradigmenwechsel.

    Was ändert sich nicht?

    Klartext: Dies ist keine bundesweite Legalisierung. Cannabis bleibt auch in Schedule III eine kontrollierte Substanz. Der Besitz und Verkauf für den Freizeitgebrauch sind auf Bundesebene weiterhin illegal. An der Politik der 24 Bundesstaaten, die Cannabis bereits legalisiert haben, ändert sich nichts. Sie agieren jedoch weiterhin in einer rechtlichen Grauzone zwischen Landes- und Bundesrecht. Einen Überblick zur komplexen Situation in Deutschland gibt unser KCanG-Guide.

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    Hintergrund: Trumps Cannabis-Wende

    Die Kehrtwende des Präsidenten ist das Ergebnis monatelanger, intensiver Lobbyarbeit. Schon während seines Wahlkampfs 2024 hatte Trump Sympathien für eine Reklassifizierung durchblicken lassen. Zwar hatte die Drogenbekämpfungsbehörde DEA den Prozess bereits unter der Biden-Regierung angestoßen – doch dieser verlief schleppend. Erst Trumps präsidentiale Anordnung sorgte nun für die schnelle Umsetzung.

    Auswirkungen auf Deutschland und Europa

    Die Entscheidung aus Washington sendet ein starkes Signal über den Atlantik. Wenn die größte Volkswirtschaft der Welt den medizinischen Nutzen von Cannabis offiziell anerkennt, verleiht das auch den Befürwortern einer liberaleren Drogenpolitik in Europa und Deutschland politisches Gewicht. Sobald die US-Bundesgesetze angepasst sind, könnten sich auch für den internationalen Handel mit Medizinalcannabis neue Lieferketten und Märkte öffnen.

    Fazit

    Auch wenn es keine vollständige Legalisierung ist: Trumps Anordnung markiert einen Wendepunkt. Ökonomisch, wissenschaftlich und politisch wird die Reklassifizierung die Cannabis-Welt in den USA und darüber hinaus umkrempeln. Die Entwicklungen sollten auch deutsche Patienten im Auge behalten. Informieren Sie sich hier über die geplante EU-Regulierung, die nächsten deutschen Gesetzesänderungen oder finden Sie direkt einen Telemedizin-Anbieter für Ihr Rezept.

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